Handelsrecht und Gesellschaftsrecht

 Handelsrecht und Gesellschaftsrecht

Sie gründen ein Start-Up Unternehmen? Sie haben Fragen in Sachen Vertragsgestaltung, Gesellschaftsformen (z.B. GbR, KG, OHG, GmbH, AG, Stille Gesellschaft, usw.), Sicherheitenstellungen wie Bürgschaften und Garantien, Grundschulden oder Hypotheken? Sie wollen Ihr geistiges Know How schützen und sichern?

Sie planen einen Wechsel in der Gesellschaftsform? Sie planen die Unternehmensnachfolge, Umstrukturierungen, die Aufnahme oder Loslösung eines Gesellschafters oder Darlehensgebers? Sie haben Fragen in Sachen Haftung des Geschäftsführers und der Gesellschafter?

Sie haben Finanzierungsprobleme oder Kreditprobleme mit Ihrer Bank? Wir prüfen die Möglichkeit einer Sanierung und unterstützen Sie bei Kreditverhandlungen mit Ihrer Bank.

Wir vertreten Klein- und Mittelständische Unternehmen (sog. KMUs) rund um das unternehmerische Wohl.

Wir vertreten Ihre Interessen bei der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen gegenüber Ihren Vertragspartnern, sowie im Falle einer Insanspruchnahme Ihrerseits.

Die Firmengründung - 
Ein Überblick über die einzelnen Rechtsformen  

Einzelunternehmer

Die Rechtsform des Einzelunternehmers erfordert nur einen Gesellschafter. Die Einzahlung eines Stammkapitals ist nicht vorgeschrieben. Die Handelsregistereintragung ist notwendig, jedoch für Kleingewerbetreibende freiwillig. Seit dem Jahre 2016 besteht für Einzelunternehmer ab 600.000 Euro Jahresumsatz bzw. 60.000 Euro Jahresgewinn eine Bilanzierungspflicht. Ansonsten genügt eine Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Ein Gründungsaufwand ist kaum vorhanden. Die Rechtsform des Einzelunternehmers entsteht automatisch, sofern keine andere Rechtsform angenommen wurde. Der Einzelunternehmer haftet unbeschränkt mit seinem Geschäfts- und Privatvermögen. Für den Einstieg in die Selbständigkeit und/oder für Einzelkämpfer kann diese Rechtsform vorteilhaft sein.

GmbH -Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Zur Gründung einer GmbH ist mindestens ein Gesellschafter erforderlich. Es können sowohl eine Person, als auch mehrere Personen zum Geschäftsführer ernannt werden. Das zu erbringende Stammkapital liegt bei 25.000,00 Euro. Bei Gründung muss eine Mindesteinzahlung von 12.500,00 Euro erfolgen. Neben der Pflicht zur Handelsregistereintragung besteht auch eine Bilanzierungspflicht. Die Bilanz muss im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Sowohl die Bilanz, als auch die GuV müssen mit Erläuterungen ergänzt werden. Die Rechtsform der GmbH wird häufig aufgrund ihrer beschränkten Haftung empfohlen. So haften Gesellschafter bis zur Höhe der Stammeinlage, respektive bis zur Höhe ihres Gesellschaftervermögens. Dies ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Banken, Finanzämter und Krankenkassen können sich als Risiko gestalten. Während erstere grundsätzlich keinen Kredit gewähren, ohne hierfür Sicherheiten auch der Gesellschafter und/oder der Geschäftsführer zu fordern, obliegt für den Geschäftsführer hinsichtlich der letzteren beiden eine gesetzliche Obliegenheit rechtzeitiger Bezahlung. Diese Risiken bestehen zwar auch bei anderen Gesellschaftsformen, werden jedoch gerade bei einer GmbH häufig übersehen. Die beschränkte Haftung bei Zahlung der Stammeinlage ist damit nur relativ. Der Gründungsaufwand ist vergleichbar hoch: erforderlich ist ein Gesellschaftervertrag oder mindestens ein Musterprotokoll. Beides muss notariell beurkundet werden.

UG - Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

Zur Gründung einer UG ist mindestens ein Gesellschafter erforderlich. Zum Geschäftsführer können sowohl eine, als auch mehrere Personen ernannt werden. Das Mindest-Stammkapital liegt bei einem Euro. Dies darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass Rücklagen gebildet werden müssen, bis ein Stammkapital von 25.000,00 Euro aufgebracht ist. Bei einer UG haften Gesellschafter bis zur Höhe der Stammeinlage, respektive bis zur Höhe ihres Gesellschaftervermögens. Hinsichtlich der Haftung sind darüberhinaus die bei der GmbH genannten Risiken zu beachten. Wie bei der GmbH sind ebenfalls eine Handelsregistereintragung, sowie eine Bilanzierungspflicht vorgeschrieben. Hinsichtlich der Bilanzierung gibt es jedoch Erleichterungen, die von der Größe der Gesellschaft abhängen. Die Gründung einer UG eignet sich insbesondere für Unternehmer, die das für eine GmbH erforderliche Stammkapital (noch) nicht aufbringen können und dennoch ihre persönliche Haftung beschränken wollen. Der Gründungsaufwand gleicht dem der GmbH. Für Standardgründungen kombiniert ein Musterprotokoll Gesellschaftsvertrag, - liste und die Ernennung der Geschäftsführer.

GbR - Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Die GbR erfordert mindestens zwei Gesellschafter. Ein Mindeststammkapital ist nicht vorgeschrieben. Zwar ist keine Handelsregistereintragung erforderlich, dennoch ist die Bilanzierung Pflicht. Die Veröffentlichung der Bilanz im Bundesanzeiger ist jedoch nicht verpflichtend. Die Rechtsform der GbR empfiehlt sich besonders bei Gründungen, bei denen alle Beteiligten die gleichen Befugnisse haben sollen. Der Gründungsaufwand ist sehr gering. Ein formloser, d.h. mündlich abgeschlossener, Gesellschaftsvertrag genügt bereits, obgleich ein schriftlicher Vertrag anzuraten ist. Bei einer GbR ist zu beachten, dass alle Gesellschafter auch mit ihrem Privatvermögen persönlich haften.

OHG - Offene Handelsgesellschaft

Für die Gründung einer OHG sind mindestens zwei Gesellschafter erforderlich. Auch hier ist die Einzahlung eines Stammkapitals nicht vorgeschrieben. Allerdings ist eine Handelsregistereintragung verpflichtend. Ebenso verpflichtend ist die Bilanzierung. Eine Veröffentlichung im Bundesanzeiger ist allerdings nicht notwendig. Die Offene Handelsgesellschaft ist dann geeignet, wenn mehrere Personen gemeinsam ein Gewerbe betreiben wollen. Der Gründungsaufwand ist dabei etwas höher als bei einer GbR, obgleich auch hier ein formloser (mündlicher) Gesellschaftervertrag genügt. Ein schriftlicher Vertrag ist dennoch immer anzuraten. Die Gesellschafter einer OHG haften persönlich, auch mit ihrem Privatvermögen.

KG - Kommanditgesellschaft

Eine Kommanditgesellschaft besteht aus mindestens zwei Personen: einem Komplementär und einem Kommanditisten. Lediglich der Komplementär führt jedoch die Geschäfte und hat die Entscheidungsbefugnis. Die Einzahlung eines Stammkapitals ist nicht vorgeschrieben. Eine Handelsregistereintragung ist allerdings ebenso wie die Bilanzierung verpflichtend, wobei die Bilanz nicht im Bundesanzeiger veröffentlicht werden muss. Der Gründungsaufwand für eine KG ist gering. Ein formloser (mündlicher) Gesellschaftervertrag genügt. Auch hier ist dennoch ein schriftlicher Vertrag anzuraten. Kommanditisten können sich in beliebiger Höhe an einer KG beteiligen. Während Kommanditisten nur bis zur Höhe ihrer Einlage haften, haften Komplementäre persönlich, auch mit ihrem Privatvermögen.

Kleine AG - Kleine Aktiengesellschaft

Für die Gründung einer Kleinen AG ist mindestens ein Aktionär erforderlich. Dieser muss gleichzeitig Vorstand sein. Zudem muss ein Aufsichtsrat bestellt werde, welcher mindestens aus drei Personen besteht. Das Stammkapital beträgt 50.000,00 Euro. Es ist sowohl eine Handelsregistereintragung, als auch eine Bilanzierung verpflichtend. Die Bilanz muss im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Bilanz und GuV müssen mit Erläuterungen ergänzt werden. Der Gründungsaufwand ist hoch. Es muss eine AG-Satzung erstellt und notariell beglaubigt werden. Es müssen geeignete Personen für den Aufsichtsrat gefunden werden, die den Vorstand kontrollieren sollen. Vorteil der Kleinen AG ist die einfache Aufnahme neuer Gesellschafter. So können später Investoren, Geschäftspartner und sogar Kunden oder Mitarbeiter an der Kleinen AG beteiligt werden. Die Haftung beschränkt sich auf das Gesellschaftsvermögen.

Share by: